Was ist ein Startup?

Jung und wild – das muss ein Startup sein

Startup ist, wenn es sich nach Startup anfühlt. Von der ersten Geschäftsidee der Gründer bis zum Übergang in eine klassische Unternehmensstruktur mit vielen Mitarbeitern, Hierarchie und Bereichsegoismus. Dazwischen gibt es eine nahezu unendliche Vielfalt von Philosophien und Organisationsformen, die jedoch alle gekennzeichnet sind durch informelle, nonkonformistische Strukturen und Denkweisen. Diese sollen helfen, klassische Denkmuster zu durchbrechen, und in einer unkonventionellen Umgebung neuartige – möglichst disruptive – Geschäftsideen zu verwirklichen.

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Startups als „junge, noch nicht etablierte Unternehmen, die zur Verwirklichung einer innovativen Geschäftsidee (häufig in den Bereichen Electronic Business, Kommunikationstechnologie oder Life Sciences) mit geringem Startkapital gegründet werden und i.d.R. sehr früh zur Ausweitung ihrer Geschäfte und Stärkung ihrer Kapitalbasis entweder auf den Erhalt von Venture-Capital bzw. Seed Capital (evtl. auch durch Business Angels) oder auf einen Börsengang (IPO) angewiesen sind“.

Wettbewerb um Investoren führt zu Lösungsorientierung

Gerade das Angewiesensein auf wohlwollende Investoren führt bei vielen Startups zu der starken Zielorientierung mit kurzen Entscheidungszyklen, hohem Leistungsdruck und einer oft sehr detaillierten Festlegung von Zielen, deren Erreichung durch Kennzahlen (KPIs) laufend überwacht wird. Gleichzeitig fokussiert sich die Produktentwicklung meistens stark auf den Kunden und sein Kundenerlebnis. Die User Experience ist es, womit sich die von Startups entwickelten Problemlösungen in sehr vielen Fällen positiv von den herkömmlichen Angeboten der etablierten Anbieter absetzen.

Startups sind Vorreiter in Sachen Kultur und Zusammenarbeit

Startups sind in der Regel auch gekennzeichnet durch eine sympathische, offene Kultur mit flachen Hierarchien, die Ideen wertschätzt und den fachlichen Diskurs fördert. Sie ermöglicht leistungsstarken Mitarbeitern schnelle Karrieren mit großer Verantwortung – in der Regel ohne Ansehen von Geschlecht, Nationalität oder sonstigen sachfremden Kriterien. Auffallend ist die weitgehende Abwesenheit von unproduktiven politischen Spielchen, wie sie in großen und etablierten Organisationen an der Tagesordnung sind. Aber auch das ändert sich, je größer und älter ein ehemaliges Startup wird…

Startups sind damit gleichzeitig Vorreiter, aber auch Experimentierlabor für neue Kulturen und Formen der Zusammenarbeit. Hierin liegen – wie so oft – Chancen und Risiken, auf die in diesem Blog noch weiter eingegangen wird.

Im nächsten Beitrag: Welche Typen von Startups gibt es?

Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash