Rechtliche Rahmenbedingungen.

Seit dem 22. Juli 2013 gelten vollkommen neue rechtliche Rahmenbedingungen für Initiatoren geschlossener Fonds.

Geschlossene Fonds sind Alternative Investment Funds (AIF),

das heißt (i) ein Organismus für gemeinsame Anlagen oder Teilfonds eines Organismus für gemeinsame Anlagen (≠OGAW), der von einer Gruppe von Anlegern Kapital einsammelt (ii) zum Zwecke der Anlage gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zugunsten der betreffenden Anleger.

Manager geschlossener Fonds sind Alternative Investment Fund Manager (AIFM),

eine juristische Person (GmbH, AG, GmbH & Co. KG), deren reguläre Geschäftstätigkeit in der Verwaltung eines oder mehrerer AIF besteht.

Zulassungspflicht

AIFM müssen seit dem 22.07.2013 über eine Zulassung einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verfügen, um neue AIF aufzulegen. Je später diese Zulassung erteilt wird, desto größer ist die Verzögerung bei der Neuauflage von AIF. Die Ausnahmeregelung bis zum 21.07.2014 galt nur für den Fall, dass bei Auflage eines neuen Produktes mindestens ein Antrag auf Zulassung einer eigenen KVG konkret angekündigt wurde oder bereits gestellt war. Heute kann kein neues Produkt ohne Vorliegen einer Genehmigung oder zumindest einer Registrierung auf den Markt gebracht werden.

Ausnahmen

Keine Ausnahmen im Privatkundenbereich.

Ausnahmen gelten nur für kleine AIFM mit Assets under Management (AuM) bis 100 Mio. € mit Leverage sowie für AIFM mit institutionellen Kunden (Spezial-AIF), diese mit AuM bis 100 Mio. € mit Leverage oder 500 Mio. € ohne Leverage, in diesen Fällen nur Registrierungspflicht des AIFM, umfassende Pflichten bei der Verwaltung des AIF bleiben weitestgehend bestehen. Für bereits vor dem 22.07.2013 bestehende und AIF verwaltende Manager sieht das KAGB Übergangsregelungen vor.  So mussten derartige Manager den Erlaubnisantrag erst zum 22.07.2014 gestellt haben. Dies gilt nur für Bestandsfonds.

Interne und externe AIFM

Ein AIF kann sich unter bestimmten Bedingungen selbst verwalten („interner AIFM“) oder – was der Normalfall sein wird – durch einen professionellen Fondsmanager („externer AIFM“) verwaltet werden. Dies kann das Emissionshaus selbst sein, wenn es über eine eigene KVG verfügt, oder eine so genannte Service-KVG, die diese Dienstleistung für verschiedene Initiatoren erbringt.

Eine Übersicht über alle nach dem KAGB zulässigen Investmentvehikel und die jeweils relevanten Vorschriften finden Sie hier.